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Kryolipolyse Geräte im Vergleich

Bei der Fettzellenbehandlung mit Kälte kommt es auf die Technik an: Die beiden führenden Anbieter im deutschsprachigen Raum setzen auf zertifizierte Medizintechnik. Doch wo liegen die Unterschiede zwischen dem aus den USA stammenden CoolSculpting-Verfahren und dem Anbieter ICE AESTHETIC, der das Kryolipolyse-Gerät CRISTAL des französischen Herstellers Deleo nutzt?

Ein Interview mit Dr. med. Rebecca Naumann, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Spezialistin für Kryolipolyse Behandlungen, die Erfahrung mit beiden Geräten gesammelt hat.

Sie bieten seit Jahren die medizinische Kryolipolyse in Ihrer Praxis an. Wann kommt die Kryolipolyse in Ihrer Praxis zum Einsatz?

An erster Stelle steht die Sicherheit sowie die zuverlässige Erbringung guter Resultate, welche zu einer hohen Patientenzufriedenheit führt. Dies erfordert eine effiziente, gleichmäßige Kühlleistung des Gerätes. Eine intuitive, anwenderfreundliche Bedienbarkeit ist ebenfalls sehr wichtig.

Außerdem sollte es effizientes Arbeiten ermöglichen. Die gleichzeitige Behandlung von mehreren Zonen spart Zeit und ist für Patient sowie Behandler ein großer Gewinn. Meist wird ja nicht nur eine Zone behandelt, sondern mehrere.

Wann kommt die Kryolipolyse in Ihrer Praxis zum Einsatz?

Momentan sehr häufig, der Sommer naht! Bei kleinen bis mittelgroßen Fettdepots zur lokalen und gezielten Formung der Silhouette. Bei stark übergewichtigen Patienten mit Wunsch nach Gewichtsreduktion wird eine Behandlung nicht empfohlen.

Welche Kryolipolyse Geräte verwenden Sie?

Seit vier Jahren CoolSculpting von Zeltiq Aesthetics bzw. Allergan, seit einem Jahr zusätzlich das CRISTAL von ICE AESTHETIC.

Was war das entscheidenden Argument, auf ein anderes Kryolipolyse System umzusteigen?

Mit den Ergebnissen bei CoolSculpting war ich immer sehr zufrieden, die Rahmenbedingungen ließen aber zu wünschen übrig. Die ausschlaggebenden Punkte waren die hohen Lizenzgebühren bei CoolSculpting sowie das fehlende Dualsystem. CRISTAL ermöglicht die gleichzeitige Behandlung mit 2 Applikatoren. So können beide Hüften, Oberarme oder Schenkel parallel behandelt werden.

Die fehlenden Lizenzgebühren bei ICE AESTHETIC ermöglichen außerdem eine faire Preisgestaltung. Attraktiv für den Patienten und lukrativ für den Behandler.

Natürlich waren wir nicht bereit, Einbußen in Punkto Sicherheit und Qualität in Kauf zu nehmen. Auch diesbezüglich ist ICE AESTHETIC mit CoolSculpting absolut vergleichbar. Die Ergebnisse sind mit beiden Systemen hervorragend.

Ein weiterer Vorteil bei ICE AESTHETIC besteht darin, dass das Gerät individuell einstellbar ist und die Behandlung somit genauer auf den einzelnen Kunden und dessen Fettdepots abgestimmt werden kann. Dabei ist ein gewisses Maß an Erfahrung sicherlich von Vorteil.

Gibt es aus Ihrer Sicht Unterschiede von der Leistung und im Service bei den einzelnen Anbietern? Was ist für Sie wichtig? Worauf achten Sie bei der Auswahl und Entscheidung für einen Anbieter?

Beide Anbieter bieten Unterstützung, was das Marketing und die Rekrutierung neuer Patienten betrifft. CoolSculpting zielt eher darauf ab, bereits bestehende Patienten in der Praxis für die Behandlung zu gewinnen. Individuelle Unterstützung beim Marketing ist möglich, der Arzt muss aber selbst die Initiative ergreifen.

Bei ICE AESTHETIC besteht ein Partnermodell. Es stehen drei verschiedene Optionen zur Verfügung welche Service, Wartung sowie Marketing beinhalten. Eine ansprechende Website mit umfassenden Informationen für Patienten ist auch dabei. Individuelle Wünsche, wie z. B Printinserate, Social Media Marketing inkl. Vermittlung von Influencern, werden erfüllt. Ein sehr erfolgreiches Modell.

Eignen sich die verschiedenen Geräte für unterschiedliche Indikationen?

Insgesamt sind die Applikatoren der beiden Geräte recht ähnlich. Gewisse Unterschiede gibt es dennoch. So ist zum Beispiel die Platte zur Behandlung der Reiterhosen bei CoolSculpting kleiner als bei ICE AESTHETIC. Bei seitlicher Behandlung von Love Handles oder der Männerbrust ist manchmal die Behandlung mit CoolCurve+ von CoolSculpting besser geeignet. Ein stark gebogener Applikator fehlt bei ICE AESTHETIC. Dafür hat man bei den kleinen Applikatoren mehr Auswahl und praktisch keine Grenzen. CoolSculpting hat nur den CoolMini Applikator, mit diesem ist eine Behandlung des Doppelkinns nicht immer möglich, gerade bei zierlichen Personen, da er relativ breit ist.

Ansonsten sind die Geräte aber durchaus miteinander vergleichbar. Bei der Behandlung der Flanken habe ich sogar das Gefühl, mit ICE AESTHETIC bessere Ergebnisse zu erzielen.

Haben Sie auch Erfahrung mit Modellen ohne Medizintechnik-Zulassung gesammelt? Wenn ja, wie gut waren diese?

Persönlich habe ich keine Erfahrungen mit Geräten ohne Medizintechnik-Zulassung gemacht. Ich habe aber schon viele Kunden betreut, die vorher eine Kryolipolyse Behandlung bei einer Kosmetikerin gemacht haben. Diese Kunden haben berichtet, dass die Behandlungen deutlich weniger intensiv waren. Positive Ergebnisse gab es keine.

Raten Sie generell bei Kryolipolyse Geräten auf die Medizintechnik Zulassung zu achten oder reichen auch die „kosmetischen" Geräte aus?

Auf die Medizintechnik Zulassung ist unbedingt zu achten, da dabei aufgrund der strengen Zulassungskriterien ein deutlich höheres Maß an Sicherheit gegeben ist.

Durch die höhere Leistung und konstantere, gleichmäßige Kühlung bestehen potentiell auch mehr Gefahren. Insbesondere dann, wenn die Behandlung von Personen ohne medizinische Kenntnisse durchgeführt wird.

Es darf nicht außer Acht gelassen werden, dass es bei unsachgemäßer Anwendung zu Erfrierungen bzw. Nekrosen kommen kann.

Dr. med. Rebecca Naumann ist Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin (CH), Mitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Lasermedizin und zertifizierte Anwenderin für Botulinumtoxin (DGBT).

Gemeinsam mit Dr. med. Werner Herzig betreibt sie die Praxis für ästhetische Medizinin Luzern.

 

Kontakt

Dres. med. Herzig & Naumann
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